Das „koloniale“ Denken ist kein bloß historisches Problem, sondern ein Denk-Stil, der zu allen Zeiten Einfluß auf Politik, Kunst und Wissenschaft hatte. Kolonisieren heißt Besiedeln. Von den Kolonien des alten Athen bis zu den Kolonien der europäischen Staaten in Afrika und Asien, aber auch weit in den heutigen Neokolonialismus der Globalisierung reicht dieses Denken, das den zu erobernden oder zu besiedelnden Raum in erster Linie daraufhin abschätzt, wie er den eigenen Handlungs-Wünschen angepaßt werden kann. Auch Künstler denken in gewissem Sinne „kolonial“, wenn sie den öffentlichen Raum einer Kultur mit ihren Projektionen und Konzepten zu besiedeln suchen. Das Gegenprinzip wäre das verstehende Denken, ein Habitus, dem es weniger auf Eroberung und Nutzbarmachung des Fremden, als vielmehr auf dessen Erkennen und Durchdringung ankommt.
Heutige Befassungen mit dem kolonialen Denken sind meist soziologischer oder historischer Art. Die philosophische Beschäftigung mit dem Kolonialen, die spätestens mit Friedrich Nietzsche beginnt, muß sich einer Vorabbewertung dieses Denkstils enthalten und sowohl historische wie auch alltägliche Phänomene neu untersuchen.
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Seminarplan und Referat -Themen
Die Themen werden nach Rücksprache verteilt. Themen, für die keine Sitzungszeit vereinbart werden kann, können als Hausarbeit abgegeben werden. Nach der Korrektur der Hausarbeit ist zur Scheinvergabe ein prüfendes Nachgespräch nötig. Referatnacharbeitungen (ca 10 Seiten) sollten zeitnah abgegeben werden (1 Woche)
1. Robinson Crusoe oder: Freitag wird „erworben“. 28. Okt.
Dazu: Sklaverei im alten Rom (Referentin: Finja Kruse) (4. Nov)
Dazu: Thomas v. Aquin / Leibnitz (der Begriff der Vorsehung)
2. Raumdenken: Carl Schmidts „Land und Meer“ / (Referentin gibt als Hausarbeit ab)
Dazu: Ausblicke auf: Karl Schlögel, Martin Heidegger, F. Fukuyama, P.Sloterdijk . (18. Nov)
3. Die Indifferenz des Raumes: Aguirre oder der Zorn Gottes
4. Nietzsche I. Arbeit ist Sklaverei /Genius /Der Wille zur Macht (Datum offen)
5. Der Banyanbaum: Asien-Experimente (Besuch eines Künstlers) (25. Nov) Alfred Banze
6. Nietzsche II Die Genealogie der Moral 1 Teil (2. Dez.) (Julia Kühn)
7. Der Fall Peters : Machtausübung und Moral (offen)
8. Weiße Blicke, schwarze Körper (Afrikaner im Spiegel westlicher Alltagskultur)
Buchvorstellung mit dazu vorbereiteter Diashow (Frau Kill)
9.Gaugin und die Körper der Südsee. Hannah Molter
10.: Kunst und Kolonialismus am Beispiel von Mona Hatoum. Nadja Kabalau
11. Lord Curzons Indien, englische Gartenkunst und das Taj Mahal (auch englisch)
12. Nietzsche III Genealogie der Moral 2. Teil (vergeben?)
13. Emanzipationsbewegungen 1 – Tagore. Heim und Welt /Religion of an Artist (offen)
14. Emanzipationsbewegungen 2 - M. Gandhi und der indische „Nationalismus“ (offen)
15. Kolonisierung der Lebenswelt: Von Habermas zu Kellogs. (offen)
16. Filmpräsentation: Globalisierung als Neokolonialismus oder „Let´s make Money“ (kein Referat)
zusätzlich:
Zusatzthemen: Der Traum des Kolonialen - Waldemar Bonsels Indienfahrt / Rudyard Kipling: White Mans Burden. (Text auf deutsch und englisch verfügbar).
Die Literaturliste ist in Überarbeitung / Ein Apparat ist eingerichtet im 4 Stock der TU-Bibliothek (Volkswagenbibliothek)
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VORSCHAU
Freies Seminar : Philosophie für Kreative
Ort: Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf
Termine im Mai und im September 2011!
Themen:
Ein neuer Weg zum alten Paradies (alte Paradiesvorstellungen und Wege zum Glück vom Altertum bis heute)
Kreativität und Genius (die antike Genius-Theorie und ihre Wandlungen zum künstlerischen Selbstverständnis)
Arbeit und Schönheit (Utopien der Moderne, J. Ruskin und William Morris)
Handwerk des Lebens (zum Begriff von Handwerk und Meisterschaft des Lebens)
mit weiteren Themen, Lektüren und einem Konzert.
Aufenthalt auf Wiepersdorf einschl aller Kosten zwischen 710.- und 1006.-
unter http://www.schloss-wiepersdorf.de/
Wieder aktuell 2011!
Philosophischer Vorfrühling: „Vom gelingenden Leben“
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Denkwoche auf MARIPOSA / Teneriffa (http://www.mariposa-projekt.de/)
mit Eva Koethen und anderen Referenten (http://www.reinhard-knodt.de/)
1. bis 8. März 2009 (neuer Termin für 2011)
- „Das Prinzip Garten“ als Modell des ersehnten Lebens
- „Utopie der Arbeit“ (zum Arbeitsbegriff in der Kunst)
- „Atmosphäre, Festlichkeit und Baukunst“
- „Eine Philosophie des Gehens“
Leistungen: 7 Übernachtungen (Unterbringung im DZ - Zuschlag EZ pro Woche: 150 €), Vollpension, Pausengetränke, Seminar, Vorträge.
Exkursionsmöglichkeiten (nicht im Preis enthalten): Nationalpark Teïde, Santa Cruz de Tenerife
Teilnehmerzahl: max. 12 Personen
Anmeldung erforderlich bis: 30. Januar 2009
Seminarfinfo:
www.schels-pr.de/material/mariposa_programm_seminar_knodt_maerz_2009.pdf
Buchung:
www.schels-pr.de/material/mariposa_buchung_seminar_knodt_maerz_2009.pdf
Bitte fordern Sie beim Kulturbüro Schels das detaillierte Seminarprogramm an.
Kulturbüro Schels, Nürnberg
Tel.: 0911 / 13251-33
Fax: 0911 / 13251-32
m.schels@kulturbuero-schels.de
http://www.kulturbuero-schels.de/
MARIPOSA ist ein von rund 70 international bekannten Künstlern gestalteter Utopie-Ort auf Teneriffa, der vom Stuttgarter Galeristen Hans Jürgen Müller und seiner Frau Helga Müller betrieben wird. Es treffen sich dort seit Jahren exklusiv Politiker, Künstler und Industrielle.
Siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-J%C3%BCrgen_M%C3%BCller